Pädagogisches Konzept

Menschen und Grenzen

Das Projekt „Menschen und Grenzen” ist in Anlehnung an die 2011 durchgeführte deutsch-polnisch-ukrainisch-tschechische Veranstaltung „Polen, Deutsche und Ukrainer auf dem Erinnerungspfad von erzwungenen Migrationen“ entstanden, die die Problematik der Vertreibung / Aussiedlung / Repatriierung in den Zeiten des Zweiten Weltkriegs thematisiert.

Die Verschiebung der Grenzen im Nachkriegseuropa bildete den Schlüsselaspekt dieses Phänomens. Das Projekt „Menschen und Grenzen“ setzt diese Grenzproblematik fort und ergänzt sie um den Blick aus der gegenwärtigen Perspektive. Das Projektthema kreist um das Alltagsleben der Bürger in den „Zeiten der unpassierbaren Grenzen“. Der Begriff der „unpassierbaren Grenzen“ ist hier mehrdeutig und bezieht sich auf geographische, ideologische sowie moralische Grenzen.

Das Projekt soll den Teilnehmenden zur Reflexion über die Grenze im Kontext der nach den Richtlinien der europäischen Integration gestalteten Realität anspornen sowie ihr Interesse für Vergangenheit wecken. Als Vergangenheit werden hier die „Zeiten der unpassierbaren Grenzen“ bezeichnet, die den freien Kontakt zwischen Vertretern verschiedener Kulturen beschränkten und in denen die Eltern und Großeltern der Teilnehmenden lebten. Das Projekt ist gleichzeitig eine gewisse Antwort auf Klagen der älteren Generation über das Desinteresse der jungen Menschen an ihrer eigenen Geschichte.

Im Rahmen des Projektes „Menschen und Grenzen“ werden auch Veränderungen in den (europäischen) Gesellschaften analysiert, die Ergebnisse der sich verbreitenden europäischen Idee und der eingeführten Vereinbarungen des Schengener Abkommens sind, was eine bestimmte Phase des Integrationsprozesses der Europäischen Union bildet.